„An deinen Leistungen kannst du immer arbeiten, dein Wert aber ist eine Konstante.“ – Julie Smith
Normaler als gedacht – Warum sich dein innerer Kritiker nicht abstellen lässt
Du hast einen Fehler gemacht.
Nichts Großes.
Eine Mail zu schnell rausgeschickt, einen Termin verpasst, einen Satz, der falsch ankam.
Und sofort ist diese Stimme da.
„Typisch. Kriegst du nie hin.“
„Das passiert dir ständig.“
„Was stimmt eigentlich nicht mit dir?“
Du würdest mit keinem Menschen so reden.
Mit dir schon.
Vielleicht hast du sogar versucht, sie abzustellen. Dir gesagt: „Jetzt denk halt positiv.“ Und gemerkt, dass die Stimme keine Sekunde später mit drei Gegenargumenten zurückkommt.
Würdest du das wirklich zu jemandem sagen, den du magst?
Und genau dort, in diesem Ton gegen dich selbst, entsteht der Druck, der dich kleiner macht, lange bevor der Fehler selbst es je könnte.
Die klinische Psychologin Dr. Julie Smith beschreibt, dass sich der innere Kritiker nicht einfach löschen lässt. Er läuft auf eingespielten Bahnen, und je öfter du ihn gehört hast, desto schneller ist er wieder da. Genau deshalb scheitern auch gut gemeinte positive Sätze: Kaum sagst du dir etwas Aufbauendes, kommt er sofort mit Gegenargumenten.
Eine kritische Stimme verschwindet deshalb selten, weil du sie bekämpfst. Sie verliert an Macht, wenn eine zweite, zugewandte Stimme daneben wächst.
Was deine Selbstkritik oft toxisch macht:
- Generalangriff: Aus einem Fehler wird ein Urteil über deinen Wert.
- Alles-Überschreiben: Ein Patzer löscht gefühlt alles aus, was vorher gut lief.
- Altes Auftürmen: Plötzlich ist jeder frühere Fehler wieder im Raum.
- Beschimpfung: Wer sich runterputzt, lernt nichts dazu.
- Keine Gegenwehr: Bei dir selbst bleibt die Verteidigung aus, die du sonst hättest.
Was sagt dein innerer Kritiker am häufigsten zu dir?
Wenn du magst, antworte mir gern auf diese Mail. Ich lese jede Antwort!
Die nächsten fünf Ansätze helfen dir, statt die kritische Stimme abzustellen eine zweite daneben aufzubauen: eine, die ehrlich bleibt, ohne dich kleinzumachen.
Nutze diese Tipps:
- Vogelperspektive: Schau auf den Moment, als wäre es nicht deiner.
- Verhalten statt Wert: Bewerte, was du getan hast, nicht wer du bist.
- Der Freundes-Test: Sag dir nichts, was du einem lieben Menschen nie sagen würdest.
- Gib ihm einen Namen: Wer die Stimme benennt, ist nicht mehr die Stimme.
- Sei dein eigener Coach: Ehrlich darfst du sein, herabwürdigend nicht.
Eine zugewandte zweite Stimme verändert oft mehr als jeder Versuch, die kritische zum Schweigen zu bringen.
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👉 https://howtobenormal.de/normaler-als-gedacht-1-juli-2026
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
Bis bald,
dein „Therapie-Therapeut“ Timo
P.S. – Mein innerer Kritiker und ich saßen heute zum ersten Mal nebeneinander statt gegeneinander. Verdächtig friedlich.
