„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ – Paul Watzlawick
Normaler als gedacht – Warum im Streit oft beide recht haben
Er sagt:
„Immer ziehst du dich zurück.“
Sie sagt:
„Weil du ständig nörgelst.“
Beide sind sich sicher: Der andere hat angefangen.
Aber je länger ihr darüber streitet, wer zuerst was getan hat, desto fester dreht sich die gleiche Runde, und keiner kommt mehr raus.
Und was, wenn hier keiner wirklich angefangen hat?
Genau dort, in der Frage nach dem Schuldigen, verfängt sich der Streit, lange bevor es um das eigentliche Thema geht.
Der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun beschreibt mit dem Begriff der Interpunktion, der auf Paul Watzlawick zurückgeht, ein einfaches Muster: Jeder erlebt sein eigenes Verhalten als bloße Reaktion auf das des anderen.
Er zieht sich zurück, weil sie nörgelt. Sie nörgelt, weil er sich zurückzieht. Deshalb fühlen sich in Konflikten meist beide im Recht, und die Frage „Wer hat angefangen?“ ist so unbeantwortbar wie „Henne oder Ei?“.
Was im Streit oft wirklich passiert:
- Jeder erlebt sich als Reaktion: „Ich mach das doch nur, weil du …“.
- Die Schuldfrage hat keine Antwort: Kommunikation läuft im Kreis, ohne Anfang.
- Es gehören immer zwei dazu: Rückzug und Nörgeln halten sich gegenseitig am Leben.
- Nicht der Charakter, das Muster: Das Verhalten des anderen entsteht aus eurem Zusammenspiel, nicht aus seinem Wesen.
- Schuld lähmt, Anteil befreit: Deinen eigenen Anteil zu sehen, gibt dir Einfluss zurück.
Welchen Streit führt ihr immer wieder, ohne dass er sich löst?
Wenn du magst, antworte mir gern auf diese Mail. Ich lese jede Antwort!
Die nächsten fünf Ansätze helfen dir, aus der Schuldfrage auszusteigen und den Streit dorthin zu lenken, wo ihr wieder zusammenfindet.
Nutze diese Tipps:
- Frage wechseln: Nicht „wer hat angefangen“, sondern „wie kommen wir hier raus“.
- Eigenen Anteil sehen: Was ist mein Teil an dieser Runde?
- Wahrnehmung und Deutung trennen: Was sehe ich wirklich, was interpretiere ich hinein?
- Vermutung prüfen: „Ich erlebe das so, stimmt das für dich?“
- Über das Muster reden: Nicht über den Inhalt, sondern über euer Wie.
Die Schuldfrage bringt euch aus dem Streit selten heraus. Die Frage, wie ihr es gemeinsam anders macht, schon eher.
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👉 https://howtobenormal.de/normaler-als-gedacht-22-juli-2026
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
Bis bald,
dein „Therapie-Therapeut“ Timo
P.S. – Am Ende zählt selten, wer angefangen hat. Nur, wer als Erster aufhört.
